Montags. Wasser. Ich.

schwimmticket

Manchmal bin ich wirklich sprachlos.
Also nicht dieses poetisch-entrückte Sprachlos, sondern eher das: Da ist dieses Gefühl von Leere – und es ist halt einfach noch da.
Kein Abgang. Kein Vorhang. Kein Applaus.

Und trotzdem – oder vielleicht genau deswegen – war da dieser Moment: Ich war ganz bei mir. Mit allem.
Und habe den ersten Montag des Jahres direkt genutzt, um schwimmen zu gehen.

Bewegung auf Raten

Noch nicht in vollen Zügen.
Denn ich habe mir in den Herbstferien meinen linken Fuß so dermaßen umgeknickt,
dass ich sechs Wochen mit einer Schiene herumgelaufen bin.
Seit drei Wochen trage ich noch immer einen Verband.

Sexy ist anders.
Beweglich auch.

Aber:
Ich setze meine Füße wieder ein.
Jeden Tag ein bisschen mehr.
Und damit auch meinen Körper.
Und damit auch mich.

Was – ehrlich gesagt – ein kleiner Akt von Zivilcourage ist.
Für jemanden wie mich.

Ich. Ungeduldig. In Bewegung.

Ich.
Voller Ungeduld.

Ich.
Mit dem dauerhaften Gefühl,
in einem Gefängnis der Unbeweglichkeit zu sitzen.

Ich.
Angetrieben. Unruhig.
Innerlich immer schon drei Schritte weiter.

Ich bin die,
die eigentlich nur in der Therme mal fünf gerade sein lassen kann … und sonst – wenn es irgendwie geht – fast immer etwas tun will.
Und möchte.
Und muss.
Oder zumindest denkt, ich müsste. Ich will.

Lauschen oder weitergehen

Und ja, es gibt Menschen, die sagen, meine innere Unruhe käme daher, dass ich nicht (in mich hinein) lauschen mag.

Das stimmt nur bedingt.

Ich lausche so viel, dass ich manchmal lieber weitergehe, statt noch genauer hinzuhören.

Was bedeutet: ziemlich viel Strom in mir.

Was wiederum – gerade jetzt,
gerade hier, gerade heute in Berlin –
eine gewisse Ironie hat.

Zwischen Frühstückstisch und Beckenrand

Der Morgen war nicht komplett rosa.
Was auch wirklich schwierig ist, wenn sich eine Achtjährige, ein Sechzehnjähriger und eine Vierundfünfzigjährige morgens am Frühstückstisch treffen.

Mit sehr unterschiedlichen Wünschen.
Und sehr klaren Vorstellungen davon, was jetzt dringend wichtig wäre.

Und trotzdem.

8:15 Uhr. Kaltes Wasser.

Um 8:15 Uhr bin ich ins kalte Wasser gesprungen.
Mein erstes Mal Schwimmen in diesem Jahr.

Und ich war 40 Minuten drin.

Brustschwimmen.
Rückenschwimmen.
Ein bisschen Kraul.

Und dann einfach liegen.
Im Wasser.
Einfach so.
Weil es Spaß macht.
Weil es trägt.
Weil ich es kann.

Ich freue mich sehr darauf, die nächsten Tage wieder schwimmen zu gehen.
Sehr.

Kleine Fußnote mit großer Wirkung

Ach ja.
Für alle, die sich jetzt über den Preis auf dem Ticket wundern:

Ja.
Ich habe es tatsächlich geschafft, Anfang Dezember Wohngeld zu beantragen.

Und ja.
Ich habe dadurch eine Ermäßigung auf das Schwimmen.

Was das Ganze – seien wir ehrlich – doppelt so schön macht.

Ein Montag, der trägt

Manchmal reicht das.
Ein Montag.
Ein Becken.
Ein Körper, der sich langsam wieder daran erinnert, dass Bewegung möglich ist.

Und ich.
Mit nassen Haaren.
Und ein bisschen mehr bei mir.