Das letzte Wort des Jahres

Dieser Schneemensch wurde heute Morgen (am 31.12.2025) von meiner Tochter in unserem Garten gebaut.

Schneefigur

Die Nacht dazwischen

Es gibt eine Nacht, die sich anfühlt, als würde die Welt kurz innehalten.
Ein Atemzug im Übergang, warm von allem, was mich bewegt hat, getragen von dem, was ich nicht laut gesagt habe.

Ich sitze da
mit meinen Versuchen,
meiner Müdigkeit,
zerknüllten Tagen
und den Momenten,
die sich wie weiche Hände auf meinem Rücken anfühlen.
Vielleicht selten –
doch spürbar wirklich.

Welches Wort trägt mich?

Ich frage mich:
Welches Wort bleibt?

Welches Wort hat mich durch das Jahr geführt?

Mein Kopf spricht laut.
Mein Körper sagt die Wahrheit.

Vielleicht heißt dieses Wort:
Ich.
Eine Erinnerung, dass ich mich selbst halte
und nicht verloren gehe, auch wenn ich Grenzen überschritten habe,
die ich erst unterwegs erkannt habe.

Vielleicht heißt es:
Bitte.
Ein Wort, das Mut zeigt, weil ich mich zeige.
Ich darf bitten, und ich vertraue darauf, dass es Raum dafür gibt.

Vielleicht heißt es:
Bleib.
Sanft, ohne zu fordern.
Ein Flüstern für Nähe, die da sein darf.

Vielleicht heißt es:
Halt.
Nicht stehen bleiben – sondern gehalten werden, wenn ich falle,
bis ich wieder stehe.

Wahrheit unter der Haut

Es gibt Worte, die nur im Innern klingen.
Worte, die sich melden, wenn ich bereit bin, mich zu spüren.

Das letzte Wort des Jahres
darf wahr sein.
Echt.
Fühlbar.

Ich wähle:

Ich bin hier.
Nicht unverwundbar.
Nur real.

Mit offenen Nächten im Herzen, mit Träumen, die lebendig bleiben, mit Liebe, die ihren Weg findet – immer wieder.

Wo Zukunft beginnt

Hier.

Mit allem, was ich bin.
Mit allem, was wachsen will.
Ich atme Zukunft bereits ein, ohne sie zu erzwingen.

Dankbarkeit in mir

Bevor ein neues Jahr seinen ersten Schritt macht, kehrt etwas zu mir zurück, das ich bewusst wählen darf:

Ich sage Danke.

Danke für mich.

Für Wege, die ich gegangen bin, weil ich leben will.

Für Kraft, die ich nicht erklären muss.
Für die Fähigkeit zu lieben, selbst dann, wenn es still war.

Danke für Tränen, die Licht hineinlassen.

Für jedes Grenzen-Setzen, das mich schützt.

Für jedes Öffnen, das mich wachsen lässt.

Danke für mein Herz, das Ja sagt
zu Nähe, zu Vertrauen, zu mir.

Ich bin hier.
Und ich danke mir dafür.

So beginnt ein neues Jahr:
Mit der Entscheidung, mich anzuerkennen – wie ich bin.
Wie ich werde.

Danke.

Für gestern.

Für heute.

Für das, was kommt.